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Der Biergarten – eine bayerische Erfindung

Also Hand aufs Herz, wer hat sich schon mal, wenn er seine müden Beine nach getanem Tageswerk unter einen Tisch in seinem Lieblingsbiergarten steckt, gefragt, wer hat´s erfunden? Sicherlich kaum einer, und das ist unfair gegenüber uns Bayern, denn wir haben ihn erfunden, den Biergarten. Zwar gibt es immer wieder Nörgler, die das bezweifeln, aber wer außer uns sollte denn auf so eine Idee kommen? :-)

Es gab Zeiten, da war das Brauen von Bier, aufgrund sommerlicher Brandgefahr, auf die Monate von September bis April beschränkt. Das wurde im Jahr 1539 per Dekret festgelegt und die Brauer waren gezwungen, ihr Bier stärker zu brauen damit es für die Sommermonate haltbarer wurde. In der Nähe der Brauerei wurden spezielle Bierkeller gebaut und über diesen pflanzte man Schatten spendende Bäume, in der Regel Kastanien, damit die Keller dadurch kühl blieben. Natürlich wurde ab sofort und vor Ort auch das frische Bier ausgeschenkt, man stellte Tische und Bänke auf und das Beste je gelaufene Geschäft nahm seinen Anfang und ist aus der deutschen Kultur nicht mehr wegzudenken, danke Bayern!

Aber ganz so konfliktfrei ging das Ganze dann doch nicht vonstatten, denn die Bürger strömten in unendlichen Scharen zu den Bierkellern und tranken nicht nur das köstliche Bier in Massen aus Maßkrügen, sondern bedienten sich auch der reichlichen Speiseangebote. Das trieb nun die Wirte der Wirtschaften auf die Palme, denn sie fürchteten um ihren Kundschaft und damit um den Umsatz, sodass König Ludwig I. ein Einsehen hatte und den Verkauf von Speisen in den Biergärten verbot. Da nun das Biertrinken hungrig machte, war der Gast gezwungen, sein Essen, also die Brotzeit, selber mitzubringen, was sich zu einer bis heute anhaltenden Tradition entwickelte. Und so können in den bayerischen Biergärten immer wieder Menschen beobachtet werden, die mit prall gefüllten Körben ankommen, welche Schwarzbrot, Brezen, Rettiche, Leber- und anderen Käse sowie verschiedene Salatsorten, Kerzen für die Dämmerzeit und Schnupftabak beinhalten. Mit eigens dafür vorgesehenen rot-weiß karierten (nicht weiß-blauen Rauten) Deckchen, Holzbrettchen und scharfen Messern wird der Tisch eingedeckt und die Gaudi kann beginnen.

Biergärten haben sich zu sozialen und kommunikationsfördernden Einrichtungen entwickelt und werden auch deshalb so gern angenommen. Es ist also egal ob der Tischnachbar einen Nadelstreifenanzug trägt oder mit einem Blaumann bekleidet ist, ob die Nachbarin ein Dirndl trägt oder ihre knappen Jeans zur Schau stellt, hier ist jeder gern gesehen und darf sich auch so benehmen. Der Genuss im Freien und in Geselligkeit zusammenzusitzen, wirkt der Vereinsamung entgegen und fördert den Gemeinschaftssinn und auch dafür wird uns immer recht herzlich gedankt…

Herzlich Willkommen liebe Biergartenfreunde

Zurzeit hat es jeden Tag über 30 Grad…viele Leute ächzen unter einer solchen Hitze…für einen Besuch im Biergarten jedoch ist dieses Wetter optimal, da es so auch bis spät in die Nacht noch angenehm warm bleibt.

In diesem Sinne sammele ich hier Neuigkeiten & Ratschläge für einen erfolgreichen Biergartenbesuch am Abend, nach der Arbeit.

Bis bald!

Die besten Biergartenschmankerl

Nicht zu Unrecht findet man in den meisten Biergärten salzhaltige Nahrung auf der Speisekarte.
Bier, welches vornehmlich in eben solchen getrunken wird, verursacht im Körper einen Mangel an Natrium.
Dieser Mangel entsteht auf Grund des hohen Anteils an Kalium, enthalten im Gerstensaft des Biers.
Deshalb werden in Biergärten hauptsächlich Brotzeiten und deftige Mahlzeiten angeboten.
Neben frischen Brezen und Weißwurst mit süßem Senf gibt es Rettich, sowie Brot mit Schmalz.
Eine mit Salz bestreute Brezel gleicht den Salzhaushalt aus und der Rettich wirkt durch seine Schärfe antibiotisch und liefert Wasser.
Das Brot und der süße Senf liefern die notwendigen Kohlenhydrate.
Weitere typisch bayrische “Biergartenschmankerl” sind Leberkäse, Hähnchen, Salate, Pommes, Obatzda und Fingerfoods.

In vielen Münchner Biergärten kann man das Essen selbst mitbringen, so dass nur die Getränke im Biergarten bezahlt werden müssen. Dies eignet sich besonders für Familienausflüge.
Diese Tradition hat einen geschichtlichen Hintergrund.
Damals wollten die Bierbrauer ihr Bier möglichst direkt an den Kunden weitergeben und stellten deshalb Tische und Bänke auf, wo sie es frisch vom Fass gezapft verkauften.
Auf Grund eines Protests seitens der Wirte, beschloss Ludwig der 3. ausschließlich den Ausschank zu erlauben.
Die Gäste waren somit gezwungen ihre “Brotzeit” selbst mitzubringen.
Heutzutage reichen die Biersorten von hellem und dunklem Bier, bis hin zu Mischgetränken wie Radler und werden meist in einer Maß serviert. Eine Maß umfasst einen Liter.
Bier und “Schmankerl” können im Freien während der Saison bei schönem Wetter genossen werden.

Fotoverbot auf dem Oktoberfest 2009

Auf dem Oktoberfest 2009 hat die Pächterfamilie Steinberg für das Hofbräu-Zelt eine Pressezensur verhängt. Die Bildjournalisten mussten vorher Klauseln unterschreiben und erklären, dass sie keine „Aufnahmen von Personen in unvollständiger oder unangemessener Kleidung“ machen würden. Der Zeltbetreiber will dadurch im Auftrag von Sittlichkeit und Jugendschutz sein Hausrecht wahrnehmen und die Persönlichkeitsrechte der Gäste schützen. Auch sind im Hofbräu-Zelt „Aufnahmen von unter Alkohol stehenden Personen, einzeln oder in Gruppen“ grundsätzlich nicht gestattet. Erst nach dem Unterschreiben dieser Klauseln bekamen die Journalisten eine Drehgenehmigung oder Akkreditierung.

Der Bayerische Journalistenverband war deshalb verständlicherweise über diese Zensur erbost. Dass das Oktoberfeld „nicht nur heile Welt“ ist, ist allseits bekannt. Medienrechtler sehen das Foto- und Filmverbot auf der Wiesn (Oktoberfest) auch kritisch. Wer Journalisten in sein Bierzelt lässt, müsse diese auch frei berichten lassen. Nicht das Hausrecht, sonder allein das Presserecht regle, welche Bilder erlaubt sind und welche nicht.