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Die richtige Brotzeit im Biergarten

Die Brotzeit stammt aus dem Bayerischen. Sie ist die Bezeichnung für eine Zwischenmahlzeit auf der Basis einiger Scheiben Brot. Dazu gehört natürlich ein Bier, stilgerecht im Steingutkrug serviert.

Beilagen

Brotzeit Snack

Brotzeit - Image by Josef Türk Reit im Winkl via Flickr

Zum Brot gehört natürlich noch einiges mehr. Heute beispielsweise Butter als Unterlage für den Belag, der mehr oder weniger üppig ausfallen kann. Das können verschiedene Käse- und Wurstsorten sein, das kann aus Pressack, in anderen Gegenden Schwartenmagen genannt, bestehen, es kann roher oder gekochter Schinken serviert werden, oder es kann auch Geselchtes, auf Hochdeutsch Geräuchertes, sein. Die Käsesorten reichen von Algäuer, Emmentaler, Bierkäse und Grüntenkäse bis zum Weißlacker Käse, als Wurst können Leberwurst, Blutwurst, Bierwurst, Lyoner oder Sülzwurst gereicht werden, um nur einige Beispiele zu nennen.

 

Alles wird natürlich noch hübsch mit Tomate, Petersilie, Schnittlauch und anderen Kräutern garniert, auf einem Holzteller serviert. Dazu gibt es noch Radieschen oder Radi, zu deutsch Rettich. Eventuell kommt auch noch ein Obatzder, ein in vielen Varianten bekanntes Käsegericht oder ein Kartoffelkas, Kartoffeln mit Sauerrahm, Zwiebeln, Kümmel und Petersilie, dazu.

Die richtige Brotzeit kann also sehr umfangreich sein und ersetzt die Kalorien, die man früher bei schwerer Feldarbeit verbrauchte. Daher ist heute Vorsicht geboten. Wer sich kaum bewegt, muss sonst die Kalorien in der Form eines dicken Bauches mit sich herumtragen, wenn er nicht rechtzeitig auf eine kleine Brotzeit umsteigt. Denn schließlich muss auch das Bier noch seinen Platz finden. Unter einer Halben geht da nichts.

Absacker

Bärwurzschnaps.

Image via Wikipedia

Die richtige Brotzeit variiert von Biergarten zu Biergarten und von Lokal zu Lokal. So kann sie beispielsweise zur besseren Verdauung auch mit einem Glas Schnaps garniert werden, oder es kommen noch Gurken und anderes Gemüse dazu.

Jedenfalls darf man sich, wenn man eine Brotzeit bestellt, eines ausreichenden Mahles sicher sein. Vielleicht ist zu empfehlen, sich nicht jeden Tag eine Brotzeit zum Bier zu gönnen, sondern es beispielsweise bei einer Brezel zu belassen.

Die schönsten Biergärten Deutschlands

Ihren Ursprung haben Biergärten in München. Zur Zeit des 19. Jahrhunderts wurde überwiegend untergäriges Bier getrunken, welches aufgrund der erforderlichen Gärungstemperaturen nur in den kalten Wintermonaten gebraut werden konnte. Um das Bier auch im Sommer ausschenken zu können, legten die Brauer Bierkeller an, welche mithilfe von Eis und Kastanienbäumen die über den Kellern gepflanzt wurden das Bier ganzjährig kühl halten konnten.

Biergarten im Papst Geburtsort Marktl am Inn

Marktl am Inn in the South-East of Bavaria: Ma...

Ratzinger Geburtshaus in Marktl - Image via Wikipedia

So findet man besonders in Bayern sehr schöne Biergärten, wie zum Beispiel den Leonberger Biergarten in Marktl: Der bayerische Biergarten mit Ausblick auf das Inntal blickt bereits auf eine 300 jährige Geschichte zurück und wartet neben dem Bierausschank auch mit einer gutbürgerlichen Küche auf.
Mitten in der Innenstadt Münchens findet man mit dem Augustiner Keller den ältesten – und vielleicht auch schönsten – Biergarten der Stadt, welcher schon seit dem 19. Jahrhundert unter Kastanienbäumen Bier ausschenkt. Dieser ist ganz einfach mit der S-Bahn, der Tram, dem Bus, dem eigenen Auto oder mit einem Leihwagen zu erreichen (wenn man kein eigenes Auto besitzt).
In Bamberg auf dem Stephansberg kann man dann während man sein Bier im sogenannten Spezialkeller verkostet über die Innenstadt schauen und bekommt neben dem Kaiserdom auch das Kloster Michaelsberg und die Giechburg zu sehen. Auch in der kalten Jahreszeit findet man dort in der Gaststube Platz.

Der Biergarten im hohen Norden

Natürlich findet man auch ganz abseits Bayerns schöne Biergärten, wie zum Beispiel in Hamburg: Auf dem Süllberg gibt es neben einem Hotel und einem Restaurant einen etwas anderen Biergarten, in dem man zum Weißbier zünftige Schmankerln wie Brezeln oder Kartoffelsalat genießen kann.

Daran erkennt man einen echten bayerischen Biergarten

Biergarten Augustiner Keller

Image by Anne Helmond via Flickr

Woran erkennt man einen echten bayrischen Biergarten?

Natürlich daran, dass es so richtig bayerisch hergeht. Angefangen von den Fahnen und der Tischbedeckung, die im traditionellen Blau-Weiß gehalten werden sollte, und den dazu passenden Tischaccessoires. Man erkennt einen bayerischen Biergarten auch häufig daran, dass ein Maibaum genau in der Mitte ist, und man sofort erkennt, wo man sich in Bayern aufhält.

Achten sie auf die Brauerei Fahne

Dazu ist es typisch für einen bayerischen Biergarten, dass man die Fahne der Brauerei sofort wieder erkennt, sodass man genau sieht, welches Bier hier ausgeschenkt wird. Häufig wird der Biergarten von der Brauerei finanziell unterstützt, und die machen dann im Gegenzug Werbung in dem Biergarten.

Einen Biergarten der typisch ist für Bayern hat außerdem sehr viele Holzbänke, die quasi schon ein Muss sind. Gute Biergärten haben sowohl draußen als auch drinnen viel Plätze und man kann je nach dem Wetter wählen, wo man Platz nimmt. Ein traditioneller Biergarten in München ist außerdem erkennbar, wenn die Bedienung sich in Dirndl kleidet und sehr viel Ausschnitt zeigt. Das verleitet die Männer dazu, mehr Bier zu trinken, und die Atmosphäre steigt so richtig an. Viele der Bedienungen müssen weiblich sein, da männliche Bedienungen einfach nicht typisch wären. Einen bayerischen Biergarten erkennt man außerdem an den festlichen Bekleidungen der gesamten Bediensteten, die sich meist in bayerischer Kluft zeigen.