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Mit Kindern auf der Wiesn – Oktoberfest Ratgeber

Wer mit seinen Kindern das Oktoberfest in München besuchen will, sollte dies gut planen. Schon bei der Anfahrt mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln müssen Sie daran denken, dass es – wie wir in Bayern sagen – gerappelt voll wird. Die U-Bahnen sind überfüllt, es wird gedrängelt und schon am Vormittag treffen Sie in der Menge auf zahlreiche angetrunkene jeden Alters und Herkunft.

Dienstags ist Familientag auf dem Oktoberfest, was vorallem bedeutet, dass viele Fahrgeschäfte und Imbissbuden Sonderpreise anbieten. Allerdings kann es auch hier sehr voll werden. Als geeignetste Besuchszeit mit Kindern gilt die Zeit von Montag bis Freitag, da hier weniger Gedränge herrscht und so das Risiko, die Kinder zu verlieren, geringer ist. Wer aber doch lieber am Wochenende auf die Wiesn möchte, sollte den Vormittag wählen. Wichtig ist, die Kinder möglichst farbenfroh anzuziehen damit man sie leichter erkennt. Kinder die jünger als sechs Jahre alt sind, dürfen sich übrigens nach 20.00 Uhr nicht mehr in den Bierzelten aufhalten, auch nicht in Begleitung der Eltern. Außerdem sind an Samstagen Kinderwagen auf dem Wiesngelände nicht erlaubt.

Eine gute Idee ist es auch, den Kindern für den Notfall die Handynummer und die Namen der Eltern mitzugeben mit der Bitte, das Kind, falls es verloren geht, zur Kinder-Fundstelle zu bringen. Falls die Kinder schon etwas älter sind, ist es sinnvoll, einen Treffpunkt auszumachen falls man sich aus den Augen verliert. Es sollten allerdings eindeutige und gut sichtbare Treffpunkte wie z.b. ein Riesenrad, sein. Auch sollte ein Wiesnbesuch mit Kindern nie über einen ganzen Tag geplant sein. Oft reichen den Kleinen ein paar Stunden Spaß bis sie zufrieden und vorallem erschöpft sind. Falls das Kind über gesundheitliche Probleme klagt, kann vorab das Bayrische Rote Kreuz helfen, die insgesamt drei Stationen auf dem Festgelände haben.

Bitte verlassen Sie sich einfach auf Ihr Gefühl, wenn Sie die Entscheidung treffen, ob sich ein Besuch auf dem traditionellen Oktoberfest mit Kindern lohnt. “Dann basst scho ois!” In den letzten Jahren gab es auch die Möglichkeit, die Münchner Wiesn in Second Life zu besuchen. Das wäre weitgehend gefahrlos für Sie und den Nachwuchs. Viel Spaß mit Ihren Kindern auf dem Oktoberfest!

Oktoberfest Survival Guide

Gerade wer zum ersten mal auf das Oktoberfest fährt ist als Neuling ohne den ein oder anderen Tipp recht aufgeschmissen. Darum gibt’s jetzt hier den Oktoberfest Survival Guide (Oktoberfest Überlebenstraining), damit das erste Oktoberfest im Leben ein voller Erfolg wird und so auch nicht das letzte Mal bleibt.

Wiesn Bekleidung

An vorderster Stelle steht natürlich die Mode, wie das Rheinland seine Kostüme zu Karneval hat so haben die Bayern ihre Trachtenmode anlässlich des Oktoberfestes.

Wer sich modisch also nicht von Anfang an schon ins Aus katapultieren möchte sollte sich der dort herrschenden Mode wenigstens ein bisschen anpassen.
Für die moderne Frau im Trachtenlook stehen zahlreiche Dirndl in den verschiedensten Längen, Mustern und Designs zur Verfügung. Der moderne Mann trägt auf dem Oktoberfest dagegen die typische Lederhose.

Wichtig für gelungene Tage auf den Wiesn sind bequeme Schuhe, so sollte man als Frau nicht die höchsten High Heels auspacken die man finden kann. Bewusst sollte man sich bei der Wahl der kompletten Garderobe darüber sein das die Wiesen matschig und dreckig sind und mit Sicherheit der ein oder andere Liter Bier einen treffen wird.

Essen und Trinken auf dem Oktoberfest

Ein absolutes No Go auf dem Münchner Oktoberfest ist das mitbringen irgendwelcher Speisen oder Getränke, damit würde man schnell anecken und der Spaß am Fest wäre schnell verflogen.

Wer es bis die tief in die Nacht auf dem Oktoberfest aushalten möchte sollte dafür sorgen das ein gewisser Alkoholpegel nicht überschritten wird und der Körper generell mit ausreichend anderer Flüssigkeit versorgt ist. Denn sonst kann es entweder zum Vollrausch kommen oder aber auch zum Kreislaufzusammenbruch auf Grund mangelnder Flüssigkeitszufuhr.

Allerdings ist es auch schwer komplett nüchtern es zu später Stunde zwischen all den angeheiterten Menschen auszuhalten, weswegen sich ein leichter Schwips schon empfiehlt.

In der Gruppe auf der Wiesn

Besucht man mit mehreren Freunden die Wiesn sollte man von Anfang an Vorkehrungen für denn Fall treffen das man sich aus den Augen verliert. Denn verliert man sich einmal ist es ohne vorherige Absprache schwer bis unmöglich einander wieder zu finden.
Für diesen Fall sollte man zum einen einen Treffpunkt ausmachen an dem man sich trifft sobald aufgefallen ist das eine oder mehrere Personen fehlen und zum anderen ist es ratsam immer ein Mobiltelefon parat haben.

Ein Mobiltelefon ist auch dann nützlich wenn plötzlich ein Taxi oder gar die Polizei oder der Notarzt benötigt werden. Bei einer so hohen Anzahl von Menschen passieren leider auch jedes Jahr immer wieder Unfälle oder Diebstähle. Um sich vor Diebstählen zu schützen empfiehlt die Polizei übrigens Wertsachen nah am Körper zu tragen und nicht aus den Augen zu lassen.

Fazit

Wer all diese Tipps und Ratschläge befolgt wird sicher schöne Tage auf den Wiesen haben und gerne auch ein weiteres mal das Oktoberfest feiern. Sogar mit der Familie.

Der Biergarten – eine bayerische Erfindung

Also Hand aufs Herz, wer hat sich schon mal, wenn er seine müden Beine nach getanem Tageswerk unter einen Tisch in seinem Lieblingsbiergarten steckt, gefragt, wer hat´s erfunden? Sicherlich kaum einer, und das ist unfair gegenüber uns Bayern, denn wir haben ihn erfunden, den Biergarten. Zwar gibt es immer wieder Nörgler, die das bezweifeln, aber wer außer uns sollte denn auf so eine Idee kommen? :-)

Es gab Zeiten, da war das Brauen von Bier, aufgrund sommerlicher Brandgefahr, auf die Monate von September bis April beschränkt. Das wurde im Jahr 1539 per Dekret festgelegt und die Brauer waren gezwungen, ihr Bier stärker zu brauen damit es für die Sommermonate haltbarer wurde. In der Nähe der Brauerei wurden spezielle Bierkeller gebaut und über diesen pflanzte man Schatten spendende Bäume, in der Regel Kastanien, damit die Keller dadurch kühl blieben. Natürlich wurde ab sofort und vor Ort auch das frische Bier ausgeschenkt, man stellte Tische und Bänke auf und das Beste je gelaufene Geschäft nahm seinen Anfang und ist aus der deutschen Kultur nicht mehr wegzudenken, danke Bayern!

Aber ganz so konfliktfrei ging das Ganze dann doch nicht vonstatten, denn die Bürger strömten in unendlichen Scharen zu den Bierkellern und tranken nicht nur das köstliche Bier in Massen aus Maßkrügen, sondern bedienten sich auch der reichlichen Speiseangebote. Das trieb nun die Wirte der Wirtschaften auf die Palme, denn sie fürchteten um ihren Kundschaft und damit um den Umsatz, sodass König Ludwig I. ein Einsehen hatte und den Verkauf von Speisen in den Biergärten verbot. Da nun das Biertrinken hungrig machte, war der Gast gezwungen, sein Essen, also die Brotzeit, selber mitzubringen, was sich zu einer bis heute anhaltenden Tradition entwickelte. Und so können in den bayerischen Biergärten immer wieder Menschen beobachtet werden, die mit prall gefüllten Körben ankommen, welche Schwarzbrot, Brezen, Rettiche, Leber- und anderen Käse sowie verschiedene Salatsorten, Kerzen für die Dämmerzeit und Schnupftabak beinhalten. Mit eigens dafür vorgesehenen rot-weiß karierten (nicht weiß-blauen Rauten) Deckchen, Holzbrettchen und scharfen Messern wird der Tisch eingedeckt und die Gaudi kann beginnen.

Biergärten haben sich zu sozialen und kommunikationsfördernden Einrichtungen entwickelt und werden auch deshalb so gern angenommen. Es ist also egal ob der Tischnachbar einen Nadelstreifenanzug trägt oder mit einem Blaumann bekleidet ist, ob die Nachbarin ein Dirndl trägt oder ihre knappen Jeans zur Schau stellt, hier ist jeder gern gesehen und darf sich auch so benehmen. Der Genuss im Freien und in Geselligkeit zusammenzusitzen, wirkt der Vereinsamung entgegen und fördert den Gemeinschaftssinn und auch dafür wird uns immer recht herzlich gedankt…